Blumentopf-Rötling  
Entoloma ollare E.Ludwig & Rödig
Funddaten:
06.09.2011, MTB 7625/1/3/4, Eggingen - Mittelhart, 9°51'36.4'' Ost, 48°21'04.8'' Nord, 523 ü. NN, auf Holzkohle einer jüngeren Brandstelle, leg. & det. J. MARQUA, conf. ANDREAS KUNZE & ERHARD LUDWIG.

Fundort:
Grasiger Waldwegrand auf kiesig, saniger Braunerde über Brackwassermolasse (Quarzsande).

Verbreitung:
Erstnachweis für Baden Württemberg (MARQUA 2011).

Beschreibung:
Hut 2-10 mm im Durchmesser, 1-3 mm hoch, jung kreisrund, flachkonvex mit eingesunkener Hutmitte, älter auch mit unregelmäßig aufgebogenem Hutrand, Hut auch seitlich ausgebuchtet, insgesamt pleurotoid wirkend, Oberfläche weißlich überfasert, filzig wirkend, blassrosa - cremefarben, älter mit bräunlichen Tönen, Hutrand jung eingebogen, undeutlich gerippt mit überhängendem Filz, Hutmitte heller, weißlich, schwach hygrophan. Lamellen entfernt stehend, 8-10 erreichen den Stiel, breit angewachsen - leicht herablaufend, untermischt, Lamellengrund aderig anastomosierend, jung weißlich - creme, älter mit zartem Rosaton, auch vereinzelt rosa-fleckig!. Stiel 2-5 mm lang, 0,5-1,5 mm dick, exzentrisch - zentral ansetzend, auch gebogen, apikal zylindrisch, basal verjüngt, und in ein netziges Mycelfilz übergehend, weißlich - creme, mit weißlichem Filz besetzt. Trama brüchig, weißlich. Geruch banal pilzig.

Sporen [95% • 33 • SAP • v • H2O(nat)]: 7,9-9,3-10,8(11,1) x 5,6-6,5-7,4 µm, Q = 1,2-1,4-1,7; heterodiametrisch mit 5 - 7 abgerundeten Ecken und 1 (seltener 2) Öltropfen. Basidien 4-sporig, keulig bis schlank keulig, ohne Basalschnallen. Cheilo- und Pleurozystiden fehlen. Lamellentrama regulär, Hyphensepten ohne Schnallen. Hutdeckschicht eine Cutis mit Übergang zu einem Trichoderm, Hyphenenden d. Trichoderms septiert, unregelmäßig - keulig geformt, Endzellen ebenfalls ohne Schnallen. Pigment schwach inkrustierend, aber auch intrazellulär.

Systematische Einordnung:
Reich: Fungi
Abteilung: Basidiomycota
Klasse: Agaricomycetes
Ordnung: Agaricales
Familie: Entolomataceae
Gattung: Rötlinge (Entoloma)

Basionym:
Entoloma ollare E. Ludw. & T. Rödig

Verwendung:
Unbekannt.

Literatur:
  • EBERT, H., E. LUDWIG & T. RÖDIG (1992) - Neue oder seltene Arten aus der Gattung Entoloma. Z. Mykol. 58 (2): 185 197.
  • GRÖGER, F. (2006) - Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa. Teil I. Regensburg.
  • KUNZE A. & A. STABER (2012): Entoloma ollare - ein seltener Rötling aus einem Blumenkasten bei Augsburg und der Erstnachweis in Bayern. Mycol. Bav. 12: 11-17.
  • LUDWIG, E. (2007) - Pilzkompendium, Bd. 2, Beschreibungen. Berlin.
  • RYBERG, A. (1998): Entoloma ollare E. Ludw. & Rödig, funnen in Sverige. Jordstjärnan 19 (3): 37 40.

(Jürgen Marqua)

Fruchtkörper auf Holzkohle (JM1684)
 
Einzelner Frk. auf Holzkohle (JM1684)
 
Ansicht v. Stiel & Lamellen (JM1684)
 
Detailansicht d. Lamellen (JM1684)
 
Sporenpulver und Lamellen (JM1684)
 
Tafel m. Mikromerkmalen (JM1684)
 



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