Erd-Wachskruste  
Sebacina incrustans (Persoon: Fries) Tulasne
Funddaten:
17.09.2011, MTB 7723/2/2/4, Schlechtenfeld - Liteshart, 9°39'17.8'' Ost, 48°16'30.5'' Nord, 555 ü. NN, als Überzug auf dem Erdboden, der Streu und Grashalmen in der Nähe von einer Baumstubbe, leg. & det. C. FISCHER, conf. GERNOT FRIEBES.

Fundort:
Altersklassen-Mischwald, Böschung an Waldweg bei Hasel und Rotbuche, der Untergrund besteht aus Braunerde-Terra fusca über Jurakalk.

Verbreitung:
Sehr wahrscheinlich weit verbreitet, aber wenig beachtet, da sie zur Haupterscheinungszeit der typischen Waldpilze auf dem Erdboden auftritt.

Weitere Funddaten:
Kartenausschnitt von OpenStreetMap: www.osm-wms.de
  • KRIEGLSTEINER (2000) gibt von folgendem MTB-Quadranten unseres Kartiergebietes Fund-Nachweise an: 7723/4.
Beschreibung:
Basidiokarp wachsartig, dick, bis über 5 mm, Substrat umschließend oder einbettend, hell cremeocker, Oberfläche glatt, Konsistenz gummiartig, Rand fibrillös, weiß, in der Sektion Abgrenzung zwischen Kontext und Hymenium erkennbar (Vergrößerung 32x).

Sporen [95% o 20 o SAP o v o H2O(nat)]: 13,4-15,7-18,0 x 8,6-9,9-11,1 µm, Q = 1,4-1,6-1,7, Vm = 805 µm³; ellipsoid, mandel- bis bohnenförmig, hyalin, glatt, dünnwandig mit zahlreichen winzigen Öltröpfchen. Hyphensystem monomitisch, Septen ohne Schnallen. Hyphen im Kontext 3-4 µm dick. Im Hymenium wellig-gebogene Hyphidien von 2-3 µm Breite. Phragmobasidien als Probasidien bis 22 x 16 µm, Sterigmen bis über 70 µm lang und bis 3 µm breit.

Bestimmung:
Typisch sind der auffällige Wuchs in der Streuschicht des Waldbodens, wo sie auch an Pflanzenstengeln emporsteigen kann und die schnallenlosen Septen.

Systematische Einordnung:
Reich: Fungi
Abteilung: Basidiomycota
Klasse: Tremellomycetes
Ordnung: Tremellales
Familie: Exidiaceae
Gattung: Wachskrusten (Sebacina)

Basionym:
Corticium incrustans Pers. 1796

Synonyme:
Sebacina laciniata (Bul.) Bres.
Thelephora cristata Persoon: Fries
Thelephora incrustans (Pers.) Pers.

Verwendung:
Keine Verwendung bekannt.

Trivia:
Arten der Gattung Sebacina gelten als weltweit verbreitete Endosymbionten in den Wurzeln verschiedenster Pflanzen und haben möglicherweise einen bedeutenden Einfluss auf deren Wachstum und Gesundheit (WEISS et al. 2011).

Literatur:
  • JÜLICH W. (1984) - Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze. In Gams, kleine Kyptogamenflora 2B (2) Fischer, Stuttgart.
  • KRIEGLSTEINER, G. J. (2000) - Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 1. Ulmer-Verlag.
  • WEISS et al. (2011): Sebacinales Everywhere: Previously Overlooked Ubiquitous Fungal Endophytes, Onlinezeitschrift PLoS ONE (Tübingen).

(Christian Fischer)

Basidiokarp überzieht Grashalm (CF0125)
 
Basidiokarp auf Detritus (JM1725)
 
Detailansicht d. Hymeniums (JM1725)
 
Sporen in Wasser (ca 1000x / CF0125)
 
Phragmobasidie in Wasser (ca. 400x / CF0125)
 
Hyphen in Wasser/Kongorot(NH3) (JM1725)
 



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